?s'inscrire / Contact / Plan du site / RSS
Bonjour.  06/09/2010,   
Accueil du site > Actualités > Die DKF zeigte sich der Öffentlichkeit in München

Die DKF zeigte sich der Öffentlichkeit in München

Date : jeudi 13 août 2009 | Auteur : Uli Rohde-Heckt | Rubrique : Actualités

maj : 2009-08-22 12:13:37 | Permalien : http://kabylei.eu/spip.php?article153
Visites : 147 | Popularité : 1/5=18%    Enregistrer au format PDF  Version imprimable de cet article    partager partager ©

0 vote

Für alle diejenigen, die an unserem Informationsabend in München am 31.07.2009 nicht teilnehmen konnten, oder den Abend noch einmal Revue passieren lassen möchten, hier eine kurze Zusammenfassung. Den genauen Wortlaut der Vorträge Ulrich Delius und Ferhat Mehennis entnehmen Sie bitte den beiden vorausgegangenen Artikeln auf unserer Homepage. Dies ist sehr zu empfehlen, denn man kann natürlich einen ganzen Abend voller Politik und Musik nicht auf einer Seite wiedergeben.

Ulrich Delius (GfbV), Lyazid Abid (DKF e.V.) Ferhat Mehenni (MAK)Mit der Veranstaltung in München am 31.07.2009 hat sich der noch junge Verein „Deutsch-Kabylische-Freundschaft“ e.V. zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert. Als Gastredner waren Ulrich Delius von der Gesellschaft für bedrohte Völker, sowie Ferhat Mehenni, Präsident von MAK (Mouvement pour l’autonomie de la Kabylie) geladen und referierten aus völlig unterschiedlicher Perspektive über die Lage der Kabylen in der Kabylei und über die Frage, ob die Autonomie der Kabylei eine Lösung für Algerien sein könnte. Interessant war die Tatsache, dass hier zwei vollkommen unterschiedliche Personen mit entsprechenden Sichtweisen zu Wort kamen. Dass jemand Autonomie fordert, der selbst aus der Kabylei stammt und jahrelang inhaftiert war und unter dem Regime gelitten hat, mag auf der Hand liegen. Aber selbst Delius hat handfeste Argumente für eine Autonomie, die natürlich gut durchdacht werden müsse und für die noch einige Voraussetzungen erfüllt werden müssten, ehe man sie durchsetzen könnte. Es gibt weltweit viele Beispiele für Autonomien, die funktionieren. Als Beispiel nannte er u.a. die Inuit auf Grönland, Südtirol, und Katalonien. Er gibt aber auch zu bedenken, dass viele bereits bestehende Autonomien nur auf dem Papier existieren – die Wirklichkeit in diesen Gebieten alles andere als autonom sei. So einen Zustand gilt es für die Kabylei eben nicht zu erreichen. Algeriens Regime ist aber momentan noch zu autoritär, um eine funktionierende Autonomie für die Kabylei hervorzubringen - und dass wo sich Algerien auf die Fahne schreibt, eine demokratische Volksrepublik zu sein. Der Name ist Schall und Rauch angesichts der tagtäglichen größeren und kleineren Diskriminierungen und Menschenrechtskatastrophen, die im Land passieren. Delius schaffte es, das Thema auf eine verständliche Ebene herunter zu brechen und dem komplizierten Sachverhalt dennoch gerecht zu weden, ohne dabei langatmig zu sein. Auch hat er in humoristischer Weise hervorgehoben, wie unbekannt die Imazighen den Deutschen sind und damit auch ihr Schicksal hierzulande weitgehend unbekannt ist. Und genau hier sieht unser Verein auch einen Teil seiner Aufgaben für die Zukunft. Wir wollen die Imazighen und deren Schicksal in Deutschland ins Gespräch bringen, ihnen eine Gesicht geben. Das ist harte Lobbyarbeit, denn hinter den Kabylen steht bisher kaum jemand.

Ferhat Mehenni leitete seinen Vortrag mit einer Schweigeminute für Farid Acid ein, der in einem französischen Krankenhaus am 26. Juli dieses Jahres seinen Spätfolgen durch Verletzungen, die ihm bei der friedlichen Demonstration im Jahre 2001 zugefügt wurden erlag. Er war gerade mal 21 Jahre alt und ist der bislang letzte der bisher 128 Märtyrer eines einzigen Tages, dem sog. „schwarzen Frühling“ einer Demonstration für die Freiheit und die Anerkennung der Berber.

Nach den Vorträgen entwickelte sich eine rege Diskussion, wobei mir eine Frage besonders im Gedächtnis geblieben war, bzw. immer noch im Gedächtnis ist, wie man das bereits gespaltene Volk der teilweise bereits arabisierten Kabylen in der Kabylei wieder vereinigen will ? Auf diese Frage gab es kaum mehr als Antwort, als ein resigniertes Schulterzucken, denn es ist in der Tat ein Problem, dass nicht alle Kabylen der Autonomie zustimmen würden. Entweder, weil sie bereits arabisiert oder von der Regierung „gekauft“ sind, oder weil sie einfach Angst, oder zu wenig Kenntnis darüber haben. Durch diese Frage tritt zugleich die zeitliche Dringlichkeit der Autonomiefrage hervor. Wenn man noch länger wartet, könnte es wohlmöglich zu spät sein und der Untergang der kabylischen Kultur wäre damit besiegelt. Die Arabisierung wartet nicht – schreitet jeden Tag voran. Und jeden Tag stirbt ein Stück uralte masirische Kultur.

So etwas wie ein Schlusswort kam von Ferhat Mehenni, der sich wünschte, dass sich die Autonomie für die Kabylei realisieren ließe. Er wünschte sich aber auch, dass sich danach niemand, also weder das algerische Regime, noch die Kabylen, als Verlierer fühlen würde. Eine Win-Win-Situation sozusagen, bei der es nur Gewinner gibt, denn Algerien könnte von der, mit einer Autonomie einhergehenden politischen Stabilität auch profitieren, so Mehenni. Ferner ist er der Auffassung, dass sich das Ansehen Algeriens im Ausland verbessern würde, wenn Algerien die Rechte seiner Völker anerkennt und diese den algerischen Staat nicht mehr auf internationaler Ebene anklagen müssen. Vermutlich wird sich das algerische Regime aber nicht so einfach darauf einlassen. In diesem Konflikt geht es noch nicht einmal um Bodenschätze oder um eine Region, denn die Kabylei ist diesbezüglich bitterarm. Hier geht es vielmehr um die Arabisierung und die Islamisierung eines friedlichen liberalen Volkes, dass eine sehr freie Einstellung zur Ausübung ihrer Religion hat. Den teilweise strenggläubigen Arabern oder besser gesagt arabisierten Berbern ist das ein Dorn im Auge. Als außen stehender Europäer ist dieser Sachverhalt schwer nachzuvollziehen, da Religion bei uns eine untergeordnete Rolle spielt und Pluralismus und Toleranz demgegenüber beinahe zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Das waren wichtige Punkte des ersten Teils des Abends, auf den Musik folgte. Und so wurde der Abend mit „hausgemachter“ kabylischer Live-Musik abgerundet, an der sich neben den Musikern auch immer Leute fanden, die spontan die zweite Stimme mitsangen, oder auch mal zur Trommel griffen, um die anderen zu begleiten. Es war eine gute, und ungezwungene Stimmung, bei der wir den Abend ausklingen ließen und welche einen für einen kurzen Moment vergessen ließ, wegen welcher ernsten Angelegenheit man eigentlich zusammengekommen war.

Uli Rohde-Heckt

voir la vidéo

http://www.youtube.com/watch?v=iM_F...







Répondre à cet article

?s'inscrire | Les auteurs | agenda | Contact | Plan du site | Syndiquer tout le site | Rechercher | Haut de page
© 2010 Kabylei.Eu | SPIP | Réalisation : aqvayli.com | Management : Lyazid