
Seit dem 18. April 2001, als Gendarmen den kabylischen Oberschüler Massinissa Guermah erschossen haben, hält der Volksaufstand in der gesamten Kabylei gegen die Gendarmerie bzw. gegen die Zentralregierung an. Zunächst mit friedlichen Mitteln ; später reagierten Jugendliche auch mit Gewalt auf Einsätze der Gendarmerie. Das Machtverhältnis ist jedoch ungleich. Die Gendarmen benutzen sowohl die Mittel der Jugendlichen (wie z.B. mit Steinen werfen) als auch scharfe Munition.
Der Konflikt hat schnell die gesamte Bevölkerung in der Kabylei erreicht. Bürgerkomitees wurden gegründet und koordinieren ihre Arbeit auf regionaler Ebene. Die Gewaltanwendung als Reaktion auf die Staatsgewalt ist jedoch in der Kabylei die Ausnahme. Die masirische Bewegung (2) bleibt weiterhin eine friedliche Bewegung.
Zum ersten Mal in der Geschichte des algerischen Staates erlebt man einen solchen organisierten Volksaufstand. Der Protest hat alle Bevölkerungsschichten erreicht. Das Besondere an diesem Protest ist die basisdemokratische Bewegung. Es handelt sich um die Wiederbelebung eines demokratischen Systems in der Kabylei. In jedem Dorf, das man als eigene „Republik“ bezeichnen kann, wird ein Dorfkomitee direkt für ein Jahr gewählt. Dieses Komitee regelt dann alle Angelegenheiten des Dorfes. Diese Machtbefugnisse wurden zunächst von der französischen Kolonialmacht, später aber auch von der algerischen Regierung sehr stark reduziert.
Als Ergebnis der Gewaltanwendung durch die algerische Regierung wurden über 120 Jugendliche erschossen. Unter den Opfern befindet sich sogar eine junge Mutter. Tausende von Kabylen wurden durch die Kugeln der Gendarmen verletzt. Einige von ihnen werden den Rest ihres Lebens als Behinderte verbringen müssen. Hunderte Familien sind traumatisiert von der Gewaltanwendung der Sicherheitskräfte. Andere befinden sich immer noch in Haft, obwohl sie keine Gewalt angewendet haben ; ihnen wird Unruhestiftung vorgeworfen.
Wegen des Drucks auf die Regierung - sowohl von der kabylischen Bevölkerung als auch aus dem Ausland - hat die algerische Regierung eine Kommission beauftragt, die Ereignisse zu untersuchen und die Verantwortlichen zu benennen. Diese Kommission hat in der Tat die Gendarmerie für die Massaker als Verantwortliche bestätigt. Diese bleibt jedoch bis jetzt ungestraft
Zahlreiche Demonstrationen werden vor allem in der Kabylei, aber auch in Algier, Paris und in anderen Städten organisiert.
Die Hauptforderung der Dorfkomitees ist in Form einer Plattform formuliert. "Leqser(El Kseur)-Plattform" von 11.06.2001 mit 15 politischen, kulturellen und sozialen Forderungen an die algerische Regierung. Die algerische Regierung hat bis jetzt diese Forderungen ignoriert.
Die Jugendlichen konnten ihrerseits aber immer wieder Erfolge erzielen, indem sie Gendarmen aus einigen Kasernen verjagen konnten.
Einige Symbole der aggressiven Arabisierungspolitik der algerischen Zentralregierung in der Kabylei.
Die Gendarmerie
Seit der Unabhängigkeit Algeriens wird die Präsenz der arabischen Gendarmen in der Kabylei als Symbol der Unterdrückung der kabylischen Bevölkerung durch die Machthaber empfunden. Die zahlreichen Geländewagen (Landrovers) der Gendarmerie vergewaltigen die Landschaft der Kabylei mit ihren nicht zu übersehenden Grün-Weiß-Farben. Jede Begegnung mit der Lokalbevölkerung führt zu einem Gefühl der Okkupation und Unterdrückung durch diese angeblichen Ordnungshüter. Diese sind dem Verteidigungsministerium und nicht dem Innenministerium unterstellt. Die Gendarmen sind für ihre Wortwahl bei der Kommunikation mit den Kabylen bekannt. Die Beschimpfungen waren immer an der Tagesordnung. Wie viele Mütter wurden durch diese Gendarmen beleidigt, nur weil sie sich in arabischer Sprache nicht ausdrücken können ! Dass viele kabylische Mütter und Frauen einen wichtigen Beitrag im Befreiungskrieg gegen den französischen Kolonialismus gespielt haben, interessiert niemanden. Viele dieser Frauen wurden sogar von der französischen Armee gefoltert. Die Anerkennung für ihre Arbeit wird im unabhängigen Algerien von Vertretern der Staatsgewalt missachtet.
Die Gendarmen weigern sich, die lokale Sprache (Kabylisch/Masirisch) zu lernen. Warum sollten sie auch eine Sprache lernen, die durch den Staat offiziell nicht anerkannt ist. Natürlich arbeiten auch Kabylen als Gendarmen in den arabophonen Gebieten. Diese kommunizieren jedoch mit der lokalen Bevölkerung in ihrer Muttersprache (Algerisch-Arabisch) und nicht in Kabylisch.
Das algerische Staatsfernsehen
Das zweite Symbol der Arabisierungspolitik ist das algerische Fernsehen. Ägyptische, irakische und andere arabische Serien dominieren die Programme des algerischen TV. Sie werden durch die algerische Regierung als Mittel für die Arabisierung der gesamten algerischen Bevölkerung verwendet. Das TV wird außerdem als Symbol für Lügen und Propaganda der algerischen Regierung betrachtet. Trotzdem hat es eine wichtige Rolle bei der Durchsetzung der aggressiven Arabisierungspolitik gespielt. Seit man aber ausländische Programme auch in Algerien empfangen kann, hat das algerische TV sein Monopol verloren. Die Einrichtung der „BRTV“ (Berber Radio and Television), einer kabylischen TV- Station in Paris, hat die Situation radikal geändert. Man kann von einer kleinen „Kulturrevolution“ sprechen. Endlich können kabylische und andere masirische Bevölkerungsgruppen Nachrichten, Filme usw. in ihrer Muttersprache sehen. Obwohl der Zugang zu diesem Programm nicht einfach ist (Parabolantenne ; Decoder und Abonnement sind erforderlich, um die Programme empfangen zu können), gibt es kaum eine Familie, die kein BRTV empfängt oder bei den Nachbarn sieht
Autonomiebestrebung ?
Neben den Volkskomitees, die keine Autonomie der Kabylei anstreben, sondern u.a. die offizielle Anerkennung der kabylischen Sprache und Kultur innerhalb des aktuellen algerischen Staates, hat sich in den letzten zwei Jahren eine deutliche Forderung nach der Autonomie der Kabylei entwickelt. Auch die Autonomiebestrebung ist kein Tabuthema mehr. Anhänger dieser Bewegung sehen keine Möglichkeit, die Ziele der masirischen Bewegung zu erreichen, solange das algerische Regime nicht in Richtung eines Föderalstaates reformiert wird. (3)
Die Autonomiebestrebung hat also nicht zum Ziel, die politische Unabhängigkeit der Region zu erreichen. Die meisten Anhänger der Autonomiebewegung wollen die Kabylei als Teil Algeriens erhalten. Sie verlangen jedoch nach bestimmten lokalen Befugnissen : eine lokale Regierung, lokale Justiz und Polizei usw. Befugnisse, wie z.B. die Region Katalonien in Spanien. Sie wollen die Verwaltung aller regionalen Angelegenheiten in ihre Hand nehmen. Algerien, ein Land, das so verschiedene geographische und kulturelle Gegebenheiten hat, braucht Föderalismus. Dies wäre eine ideale Lösung für das ganze Land. Da andere Regionen Algeriens eine solche Forderung bis jetzt nicht stellen, bleibt den Kabylen nichts anderes, als einen Sonderstatus für ihre Region zu verlangen. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde eine Bewegung mit dem Namen "Mouvement pour l’Autonomie de la Kabylie" (MAK) gegründet. Diese Autonomiebestrebung findet immer mehr Anhänger, auch wenn nicht alle innerhalb des „MAK“ organisiert sind.
Die Gründe für diese Entwicklung liegen auf der Hand : Die Kabylen haben bis heute einen wichtigen Beitrag für die Unabhängigkeit Algeriens sowie für den Aufbau des aktuellen algerischen Staates gespielt (4). Sie haben somit ihre eigenen Interessen und Rechte vernachlässigt. Die neue Generation möchte diese Situation ändern. Ein kabylisches Sprichwort sagt : „Win yebghan ad yexdem lewqam, ad yezwir deg wat wexxam“. Zu Deutsch : „Derjenige, der für die Menschheit was Gutes tun will, soll mit seinen eigenen Familienmitgliedern beginnen„.
Für die Anhänger der aggressiven Arabisierungspolitik ist allein die Diskussion über die Existenz einer eigenständigen kabylischen Kultur in Algerien schon ein Anlass, die Kabylen als Laizisten, Zionisten, Rassisten, Separatisten, Gegner des Islam usw. zu bezeichnen. Besonders der „MAK“ wird ganz hart angegriffen. Die arabischen Nationalisten und Islamisten verschärfen Ihre Töne gegen die Mitglieder des „MAK“. Die Anhänger des MAK versuchen, eine Möglichkeit in der Kabylei zu schaffen, mit dem Ziel eine Militärintervention durch Bush und Blair zu ermöglichen, um den algerischen Staat und den Islam zu zerstören, lauteten einige Vorwürfe. Zum Glück ist diese radikale Ablehnung der kabylischen Kultur und Sprache eine Minderheit geblieben. Die Ablehnung der offiziellen Anerkennung der kabylischen Kultur und Sprache innerhalb des jetzigen algerischen Staates seit seiner Unabhängigkeit im Jahre 1962 zwingt immer mehr Kabylen, von der Gründung einer eigenen Republik zu sprechen. Für sie ist jede Verhandlung mit der algerischen Zentralregierung sinnlos. Auch ein Zusammenleben mit den algerischen Arabophonen, in dem diese die kabylische Kultur und Sprache - ohne wenn und aber - akzeptieren, ist nicht realisierbar. Diese bleiben bis jetzt allerdings in der kabylischen Kulturbewegung immer noch eine kleine Minderheit.
Zwischenergebnisse der masirischen Bewegung
Seit dem masirischen Frühling („Berberfrühling“) von 1980 konnte die masirische Bewegung einige Ergebnisse erzielen :
1. Seit der Revision der algerischen Verfassung im Jahre 1989 werden Parteien zugelassen, die in ihren Programmen die offizielle Anerkennung der masirischen Kultur und Sprachen haben. 2. An den zwei Universitäten in der Kabylei (Tizi Wezzu und Bgayet) gibt es seit 1990 Abteilungen für masirische Sprache und Kultur. 3. Seit 1991 werden im algerischen Staatsfernsehen Nachrichten in Masirisch ausgestrahlt. Inzwischen werden einige Sendungen ebenfalls in Masirisch gesendet. 4. Als Folge eines Schulboykottes im Jahre 1995 wird die kabylische (masirische) Sprache in einigen Schulen in der Kabylei unterrichtet. Im selben Jahr wurde eine nationale Kommission gegründet, die als Ziel hat, die masirische Sprache zu fördern. 5. Es gibt immer mehr Veröffentlichungen sowie Produktion von Kinofilmen u.a. in masirischer Sprache. 6. Im Jahre 2002 wurde die masirische Sprache als nationale Sprache in der algerischen Verfassung proklamiert. So wurde Artikel 3 um Artikel 3a ergänzt :
„Artikel 3 : "Arabic is the national and official Language." Artikel 3a : "Tamazight is also national Language. The State works for his promotion and his development in all linguistic varieties of use on the national territory. (New article adopted by the Parliament at a special session on April 8, 2002 -unofficial translation)“
Die offizielle Anerkennung wird somit jedoch immer noch verweigert. Die einzige offizielle Sprache bleibt immer noch Arabisch.
7. Es gibt immer mehr Algerier/innen, die zumindest die Forderung der Kabylen nicht ablehnen.
Reaktionen im Ausland
Über die Revolte in der Kabylei wurde auch in Deutschland immer wieder berichtet. Als Gründe für diese Revolte wurden oft Arbeitslosigkeit, wirtschaftliche und soziale Miseren erwähnt. Die meisten Berichterstatter konzentrierten sich nur auf die sozialen und wirtschaftlichen Probleme.
Der Hauptgrund für den Volksaufstand ist jedoch in Wirklichkeit die Forderung nach der offiziellen Anerkennung der kabylischen (masirischen/berberischen) Kultur und Sprache. Dieses Thema ist leider für die deutsche bzw. europäische Öffentlichkeit ziemlich uninteressant. Deshalb haben die deutschen Medien relativ schnell aufgehört, darüber zu berichten, obwohl die Proteste weiter existieren. Die besondere Unterdrückung der masirischen Kultur möchte man nicht als Hauptursache für diese Revolte ansehen. Natürlich sind die sozialen und ökonomischen Probleme enorm in Algerien. Die Kabylei ist auch ein Teil dieses Landes. Diese als einzige Ursache für die Revolte in der Kabylei darzustellen, entspricht aber nicht der Realität. Anzumerken ist, dass die wirtschaftlichen und sozialen Probleme in der Kabylei nicht größer sind als in anderen Regionen Algeriens, sondern im Gegenteil. Viele arbeitslose kabylische Jugendliche leben von den Renten ihren Eltern aus Frankreich. Es gibt kaum eine kabylische Familie, die keine Rente aus Frankreich bezieht (d.h. in Euro). Selbstverständlich verschärfen die ökonomischen und sozialen Probleme die gesamte Situation. Es gibt allerdings immer mehr Kabylen, die gerade die verschärften sozialen und ökonomischen Probleme in der Kabylei u.a. mit der Nichtanerkennung der kabylischen Sprache und Kultur erklären. Diese Analyse scheint ihre Berechtigung zu haben und stellt eine wichtige Frage : wie kann man innovativ und kreativ arbeiten, wenn man nicht in seiner Muttersprache denken und arbeiten darf ? Die algerische Regierung wurde ebenfalls wegen ihrem Umgang mit dem Volksaufstand in der Kabylei kritisiert. Mehrere Solidaritätsaktionen wurden in verschiedenen Regionen der Welt organisiert. Zunächst von verschiedenen masirischen Regionen Nordafrikas, später aber auch in anderen Regionen der Welt.
Hier sind einige Solidaritätserklärungen verschiedener ausländischer) Institutionen :
1. Das katalonische Parlament verabschiedete im Mai 2002 eine Resolution zur Solidarität mit dem kabylischen Volk.
2. Auch die französische Regierung kritisierte das Vorgehen der algerischen Regierung gegen die Kabylen.
3. Ebenfalls verurteilte das europäische Parlament mit seiner Resolution vom 17.05.2001 die Gewaltanwendung der algerischen Regierung in der Kabylei und verlangte, die kulturellen Rechte des masirischen (berberischen) Volkes zu respektieren.
4. Auch die europäischen sozialistischen Parteien verurteilten in einer Eilerklärung das Vorgehen der algerischen Regierung in der Kabylei in ihrem 5. Kongress am 07. Und 8. Mai 2001 in Berlin.
5. Eine Dachorganisation masirischer Vereine in Marokko (Le bureau de la confédération des associations amazighs du sud (tamunt n Ifous ) et ceux de la section de L’AMREC à Agadir) bezeichnete - in einer Erklärung in Rabat am 28.04.2001 - unter dem Titel "Déclaration de soutien aux martyres du mouvement culturel amazigh algérien" das Vorgehen der algerischen Regierung in der Kabylei als „Genozide“ gegen das masirische Volk und erklärte sich solidarisch mit der masirischen Kulturbewegung in der Kabylei. (Rabat, 28.04.2001)
6. Menschenrechtsorganisationen wie z.B. die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) riefen zum Wahlboykott der Parlamentswahlen im Mai 2002 und sprachen von Repression, Verhaftung und Menschenrechtsverletzungen gegen die Kabylen. Die GfbV forderte die EU auf, sich für die sofortige Freilassung der politischen Gefangenen einzusetzen. „Algerien verstoße mit seinem Vorgehen gegen Befürworter eines Wahlboykotts gegen Artikel 2 des im Dezember 2001 mit der EU unterzeichneten Assoziationsvertrages, der die Bedeutung der Menschenrechte hervorhebt“, „Nur aufgrund seiner Mitarbeit in der globalen Anti-Terror-Koalition darf Algerien keinen Freibrief in Anspruch nehmen für die Verfolgung Andersdenkender, die nach Antworten fragen auf die tiefgreifende soziale, politische, kulturelle und wirtschaftliche Krise des Landes“ zitierte die GfbV Ulrich Delius in ihrer Presseerklärung vom 27. Mai 2002.
Diese Kritik konnte jedoch der algerischen Regierung keinen großen Schaden zufügen. Die Organisation der Parlamentswahlen im Mai 2002, die von der ganzen Region der Kabylei boykottiert wurde, hindert jedoch nicht die Europäische Union sowie die US-Regierung daran, der algerischen Regierung ihren Glückwunsch auszusprechen. Die Wahlen seien korrekt durchgeführt worden, so die Reaktionen aus der EU und aus den USA.
Fazit : Auf die friedliche Forderung der Kabylen (Berber) nach offizieller Anerkennung ihrer Sprache und Kultur, reagiert die algerische Regierung seit der Unabhängigkeit im Jahre 1962 mit Gewalt. Alle Regierungen des algerischen Staates zeigten somit ihre Unfähigkeit, die Probleme ihres Landes zu lösen. Die internationale Staatengemeinschaft hat bis jetzt versagt, die elementaren Menschenrechte der sogenannten kulturellen Minderheiten in dieser unserer globalisierten Welt zu sichern. Bis jetzt werden leider nur Völker, die Gewalt anwenden, um ihre Ziele zu erreichen, wahrgenommen. Die Kabylen haben sich jedoch entschieden, den friedlichen Kampf für die Anerkennung ihrer Sprache und Kultur, d.h. für die Respektierung der Menschenrechte, fortzusetzen. Die einzelnen Personen oder Organisationen, die sich für die Durchsetzung der Menschenrechte in der Welt engagieren, geben den betroffenen Menschen einen wichtigen Grund, nicht zu resignieren. Denn „wie ohnmächtig auch die guten und gerechten Menschen sein mögen, sie allein machen das Leben lebenswert“. (A. Einstein). An dem Tag an dem die Rechte der Kabylen auf ihre eigenständige Kultur - ohne Einschränkung - akzeptiert werden, muss auch die am Anfang zitierte Parole "Ulac smah ulac" (Kein Vergeben) aufgegeben werde. Es gäbe dann keinen Grund mehr, nicht zu vergeben !
Anmerkungen :
1. Die Kabylei ist eine masirische (berberische) Region in Nordalgerien. Ihre Bewohner heißen Kabylen. Die Imazighen gespr. Imasiren sind ein Teil der Bewohner Nordafrikas. Imazighen ist ein Oberbegriff für alle Ureinwohner Nordafrikas. Zu Deutsch : "freie Menschen". Die deutsche Bezeichnung ist Masiren. Die Sprache heißt Masirisch. Unter dem Namen Berber sind sie bekannt. Vgl. Akli Kebaili "Masiren/Nordafrika : Druck der Arabisierungspolitik" in : Taschenkalender der GfbV 1998 S. 164ff. Vgl. auch Ulich Delius "Die Imazighen in Algerien" in : Pogrom 177 . Juni/Juli 1994 S. 13
2. Vgl. Akli Kebaili, "Die dritte Kraft" in Algerien" in ebd. Vgl. auch Akli Kebaili "Demokratie als einzige Lösung", in : Donata Kinzelbach (HRSG), Tatort : Algerien, Mainz 1998, S. 64-111
3. Vgl. Kabylie. L’Autonomie en débat. Actes du Séminaire d’Écancourt France, 1, 2, 3 mars 2002, Paris 2002
4. Vgl. Harbi, M., le F.L.N., mirage et réalité, Paris 1980
(Dieser Text wurde in der Zeitschrift « Pogrom, 3/2003 veröffentlicht


